5.5.2. Das ewige Leben

Die meisten Religionen haben das ewige Leben in ihrem Assortiment.

Das ewige Leben wird häufig als ein Synonym für das ewige Glück betrachtet. Der Mensch lebt um glücklich zu sein. Und wenn das Glück nicht im realen Leben zu erreichen ist, dann vielleicht ausserhalb des realen Lebens. Anstatt den Mythos des Glücks als das Ziel des menschlichen Lebens zu revidieren, hat man den neuen Mythos vom ewigen Leben kreiert.

Natürlich muss man sich dieses ewige Glück verdienen. Die Definition der Verdienste wechseln abhängig von den aktuellen Bedürfnissen derjenigen, welche diese Verdienste bestimmen. Somit ist die Palette der Verdienste so breit, dass man alles finden kann. Mal sollte man Jungfrau bleiben, mal in Armut leben, ein anderes Mal sollte man die Ungläubigen ausrotten oder ein Flugzeug in die Luft sprengen.

Das Universum kennt ein solch ewiges Leben und solche Verdienste nicht. Das Universum selbst dauert nicht ewig. Das Universum strebt nach dem Selbstbewusstsein. Auf seinem Entwicklungsweg zum Selbstbewusstsein gestaltet sich das Bewusstsein des Universums ständig um. In diesem Sinne dauert das Bewusstsein des Universums ewig. Das ist das einzige ewige Leben, das der Mensch oder jedes andere Bewusstsein erleben kann. Es ist eine ständige Umwandlung des Bewusstseins von einer Form in die andere, von einem „Wesen“ zum anderen.

Auf seinem Weg ist das Universum unerbittlich. Jeder Schritt rückwärts wird mit der Wegwiederholung bestraft. Es gibt kein Entkommen von den Problemen. Jedes Problem musst gelöst werden. Diese Aufgabe wird solange wiederholt, bis die Lösung gefunden wird.

Einige versuchen den Ausweg im Selbstmord zu finden. Man kann sich jedoch nichts Blöderes ausdenken. Das Universum verlangt nach dem Lösen der Probleme, bis der Erfolg eintritt, und zwar ohne Ausnahmen. Das Leben ist wie ein Gefängnis. Der einzige Weg zur Freiheit führt über den Weg zum Selbstbewusstsein. Ein Mensch, welcher Selbstmord begeht, merkt nicht, dass er selbst daneben steht und seine Dummheit beweint. Das Problem, welches er zu lösen hatte, wird er sowieso lösen müssen, nur unter einem anderen Namen. Es gibt nichts Mystisches dabei. Es gibt nur ein Bewusstsein, welches sich allerdings über verschiedenen Persönlichkeiten und Wesen realisiert.

Wenn es irgendwelches „ewiges Leben“ gibt, dann ist es eher eine ewige Wiederholung des gleichen Fehlers, bis zur Erlösung.

Das Glück ist nur ein Moment der Zufriedenheit mit der Tatsache, dass ein Problem endlich gelöst wurde, und dass man sich auf den weiteren Weg begeben kann.