5.5.1. Das Glück

Einer der menschlichen Mythen ist die Behauptung, dass der Mensch lebt, um glücklich zu werden.

Dieser Mythos wird durch weitere Mythen unterstützt. Diese Mythen behaupten, dass man jung, stark, hübsch, gesund, und reich sein soll um glücklich zu werden. Dazu sollte man noch Macht besitzen. Um jung zu bleiben sollte man sich wie die Jugendlichen anziehen und sich wie die Jugendlichen verhalten. Um hübsch zu bleiben muss man verschiedene Kosmetika benutzen und nach Bedarf auch ein paar Schönheitsoperationen durchführen lassen. Um reich zu werden, sollte man entweder aus einer reicher Familie stammen, reich heiraten oder dann wenigstens eine Million gewinnen. Wenn man aber nicht reich ist, dann sollte man einem Reichen ähnlich sehen und wie ein Reicher leben. Mann sollte überhaupt immer einem gesunden Menschen ähneln. Um zu Macht zu kommen sollte man möglichst Politiker oder Manager werden. Eine Absurdität jagt die nächste, ein Trug folgt dem andern und am Schluss tritt anstelle des Glücks der Schmerz.

All diese Mythen werden heute von der Werbung und dem Massenkultur unterstützt. In der Werbung lächeln alle, sind alle jung und zufrieden. Es genügt ein Schokoriegel zu essen, eine Spülmaschine einzuschalten oder einen Fernsehapparat zu kaufen und den Höhepunkt des Glücks zu erreichen.

Die Verbreitung von falschen Realitätsdarstellungen ist zu einer Plage geworden. Diese Plage scheint nicht mehr überwindbar zu sein. Die Schizophrenie des menschlichen kollektiven Bewusstseins ist eine Tatsache geworden.

An dieser Stelle folgt eine einfache Analogie: Wenn die Augen dem Menschen das Bild einer Wiese liefern, während er aber entlang der Strasse geht, wird dieser Mensch irgendwann von einem Auto angefahren. Vielleicht wird dieser Mensch – falls er nicht tödlich verletzt wird - hoffentlich merken, dass in seinem Kopf irgend etwas nicht stimmt.

Anstatt die Mythen zu verbreiten und zu festigen, muss man sie bekämpfen. Das menschliche kollektive Bewusstsein braucht reelle Informationen über die Realität und keine Fiktionen um sich richtig zu entwickeln.

Natürlich kann man eine gewisse Zeit im Rausch leben. Die Folgen sind aber immer dieselben: Unfall, Krankheit oder früherer Tod. Dasselbe erwartet das menschliche kollektive Bewusstsein, wenn es nicht aufhört „Drogen“ zu konsumieren.

Das Bewusstsein kennt natürlich den Begriff des Glücks. Es ist die Freude, die Liebe oder die Zufriedenheit. Diese Zustände sind immer mit dem Anstieg des Bewusstseins verbunden und nicht mit dem Anstieg der Illusion. Die falschen Ideen führen schlussendlich immer zu Schmerz oder Tod. Natürlicherweise existiert ein Risiko der Harmonisierung der falschen Realitätsdarstellung. Davor beschützt sich das Bewusstsein mit Hilfe der Weisheit. Die falsche Realitätsdarstellung wird ohne Anstrengung aufgebaut. Sie beginnt mit einem berauschenden Glücksgefühl, endet aber im Schmerz. Die reelle Weltdarstellung wird langsam und mühsam aufgebaut. Das daraus entstehende Glücksgefühl ist schwach, berauscht nicht, führt aber auch nicht zu Schmerz.