5.5. Die menschlichen Mythen

Das menschliche kollektive Bewusstsein stützt sich auf die Informationen, welche die einzelnen Menschen einer bestimmten Population sammeln. Basierend auf diesen Informationen entwickelt dieses kollektive Bewusstsein eine Darstellung der Realität.

Zur Verdeutlichung sei folgende eine einfache Parallele gezogen. Das menschliche kollektive Bewusstsein funktioniert gleichermassen wie das Bewusstsein des einzelnen Menschen. Das Bewusstsein des einzelnen Menschen empfängt die Signale aus der Realität mit Hilfe seiner Rezeptoren, zum Beispiel der Tastrezeptoren. Im Fall des kollektiven Bewusstseins übernehmen die einzelnen Menschen die Funktion solcher Rezeptoren.

Ein Problem entsteht, wenn das menschliche kollektive Bewusstsein anstelle wahrer Informationen falsche Informationen bekommt oder diese Informationen falsch interpretiert. Basierend auf falschen Informationen kann nur ein falsches Bild der Realität kreiert werden.

Die falschen Realitätsnachbildungen der menschlichen kollektiven Bewusstseine sind die menschlichen Mythen.

Früher sind Mythen aufgrund mangelnden Informationen entstanden. Aus Bruchteilen von Informationen über entfernte Länder oder über die eigene Geschichte wurden verschiedene Realitätsvisionen kreiert. Diese imaginären Welten wurden von verschiedenen Gottheiten oder Kreaturen besiedelt. Als klassisches Beispiel hierfür kann die griechische Mythologie herangezogen werden.

Heute ist das Risiko der Mythenentstehung aufgrund der Massenperzeption von falschen Informationen stark angestiegen. Eine ungeheure Rolle spielen dabei die Medien. Wenn an einem bestimmten Tag die Medien irgendwelche Information verbreiten, dann wird diese Information von mehreren Millionen Teilnehmer eines menschlichen kollektiven Bewusstseins wahrgenommen. Das Signal, welche diese Menschen dem kollektiven Bewusstsein senden, ist somit viel intensiver, als wenn es aus der realen Perzeption der Realität stammen würde. Das kollektive Bewusstsein interpretiert ein solches Signal deswegen als verifiziert, unabhängig davon ob diese Information korrekt oder falsch ist. Es existiert somit ein enormes Risiko, dass das kollektive Bewusstsein einer Schizophrenie unterliegt. Wenn die Massenmedien falsche Informationen verbreiten, verursachen sie damit die Entstehung eines falschen Realitätsbildes des kollektiven Bewusstseins. Das kollektive Bewusstsein wird die Signale aus der realen Welt blockieren müssen, um weiterhin in seiner verfälschten Nachbildung funktionieren zu können.

Generierung einer falschen Weltdarstellung kann auch über eine hervorgehobene Wahrheit erreicht werden. Wenn in den Nachrichten ein ausselektiertes Thema ständig wiederholt wird, dann wird das Realitätsbild entsprechend gefälscht. Das kollektive Bewusstsein bekommt den Eindruck, dass es sich hier um ein wesentliches Problem handelt und konzentriert sein ganzes Entwicklungspotential auf dieses Thema.

Es ist wie mit dem Hund und dem Wolf. Wenn ein Wolf irgendwo ein Schaf reisst, dann beschäftigen sich alle Medien mit diesem Thema, als ob es sich um eine Weltbedrohung handeln würde. Gänzlich vergessen bleiben die Statistiken, welche besagen, dass auf der ganzen Welt die Hunde mehr Menschen töten als die Wölfe.

Generell muss man also feststellen, dass falsche oder hervorgehobene Informationen zu verbreiten dem Prinzip des steigenden Bewusstseins widerspricht. Dieses Vergehen hat besonderes Gewicht im Falle der Masseneinwirkung. Die Folgen solcher Handlungen können fatal sein. Die falsche Realitätsdarstellung kann sich dermassen festigen, dass der einzige Weg diese wieder zu eliminieren der Zerfall des kollektiven Bewusstseins – also dessen Tod - ist.