5.4.8.5. Pflanzen- und Tierzucht

Aus dem Recht auf Leben folgt das Recht auf Nahrung. Der Mensch ernährt sich von Pflanzen und Tieren. Aus dem Recht auf Leben ergibt sich das Recht des Menschen auf Töten zum Zweck seiner Ernährung.

Für einige Menschen ist das Recht auf Töten für den Ernährungszweck ein nichtüberwindbarer Widerspruch zum Recht auf Leben.

In der globalen Skala realisiert das Leben das Prinzip des steigenden Bewusstseins. Die lebendige Materie bildet den Besitzzustand von diesem Bewusstsein. Das Bewusstsein will seinen Besitzzustand erweitern und nicht ständig verlieren. Deswegen sollte alles Lebende weiterhin dem Leben dienen, auch als Nahrung. Wird diese Bedingung nicht erfüllt, dann wird das Leben immer von neuem beginnen müssen und das Prinzip des steigenden Bewusstseins wäre nicht erfüllbar. Daraus ergibt sich das Recht auf Töten zum Zwecke der Ernährung.

Es gibt jedoch keine Ernährungshierarchie. Selbst die Raubtiere werden gefressen, allerdings von winzigen Insekten.

Ebenso gibt es keine Hierarchie im Töten. Der Mensch selbst wird von Bakterien getötet.

Das Recht auf Leben muss also im Einklang mit den Prinzipien des Universums definiert werden. Hier wird die lebendige Materie als gleichwertig betrachtet. Alles was lebt dient dem Leben. Daraus folgt das Recht auf den gegenseitigen Konsum, jedoch nicht das Recht auf Versklavung.

Der Mensch gehört zum Leben. Unabhängig davon, ob er will oder nicht, unterliegt er deshalb dem gleichen Mechanismus wie alle anderen Lebewesen auch.

Das Problem liegt darin, dass der Mensch sich zwar von Pflanzen und Tieren ernährt, selbst aber nicht mehr konsumiert wird. In einem bestimmten Moment hat sich der Mensch über die Prinzipien des Universum gestellt, indem er annahm, dass er das Ziel der Erschaffung der Welt sei. Diese Interpretation hat dazu geführt, dass der Mensch begonnen hat Tiere wie Sachen zu behandeln.

Das menschliche Bewusstsein ist dank dem Konsum von Pflanzen und Tiere gewachsen. Ab einer bestimmten Entwicklungsetappe haben sowohl Pflanzen wie auch Tiere gewissermassen davon profitiert.

Betrachtet man aber wie der Mensch heutzutage Tiere und Pflanzen züchtet, muss man sich die Frage stellen, ob dieses Grundprinzip immer noch stimmt. Wenn man Bilder von Zuchtfarmen betrachtet, wo sich auf einem Quadratmeter unzählige nackte und verletzte Vögel taumeln, muss man eindeutig feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Von welchem Fortschritt in der Entwicklung des Bewusstseins kann hier überhaupt noch die Rede sein?

Jeder soll sich selbst die Frage stellen, inwiefern er bereit ist sich für die anderen zu opfern. Es gibt Menschen, welche bereit sind ihr eigenes Leben zu opfern, um die anderen zu retten. Es gibt auch solche, welche für die anderen nichts unternehmen wurden. Der Selbstopferungsmechanismus existiert jedoch in jedem Bewusstsein. Dieser Mechanismus ist nichts anderes, als die Auswirkung des kollektiven Bewusstseins auf das Einzelbewusstsein. Abhängig vom Harmonisierungsgrad haben wir mit dem Altruismus oder mit dem Egoismus zu tun.

Jede Selbstaufopferung hat aber ihre Grenzen. Wenn das gegebene Bewusstsein sich nicht weiter entwickeln kann, dann wird es sich auch nicht mehr aufopfern wollen.

Verlangt der Mensch nicht zu viel Selbstaufopferung von den Pflanzen und den Tieren? Sowohl die Pflanzen wie auch die Tiere haben ein eigenes Bewusstsein. Wird dieses Bewusstsein versklavt, dann wird es irgendwann zerfallen.

Der Mensch behält das Recht auf Leben nur für sich selbst. Gemäss der menschlichen Meinung haben Pflanzen und Tiere nicht die gleiche Rechte wie der Mensch. Die Tiere werden somit gezüchtet ohne das Recht auf die Liebe, die Gerechtigkeit, das Gute, oder sogar ohne das Recht auf Leben. Diese Asymmetrie ist eine Ungerechtigkeit. Jede Ungerechtigkeit führt früher oder später zum Zerfall des Bewusstseins. In diesem Fall wird die Tierzucht nicht mehr möglich sein.

Wie äussert sich ein Bewusstseinszerfall? In der Welt der Zuchttiere sind es die Massenkrankheiten. Und wie reagiert der Mensch auf diese Symptome? Mit einer Massenschlachtung. Auf diese Art versetzt der Mensch diesem Bewusstsein den Todesstoss.

Um die Prinzipien des Universums zu befolgen, müssen die Tiere aus ihren abscheulichen Gefängnissen befreit werden, damit sie sich wieder entwickeln können. Dann werden sie vielleicht weiterhin bereit sein uns als Nahrung zu dienen.