5.4.5. Privates Eigentum

Das Recht auf privates Eigentum ergibt sich aus der Tatsche, dass das Bewusstsein von seinem Besitzzustand charakterisiert wird.

Dieses Recht wird jedoch häufig zu Gunsten der Versklavung überinterpretiert. Der Besitzzustand bedingt die Existenz und die Entwicklung des Bewusstseins. Aufgrund der Entwicklung nimmt das Bewusstsein mehr in Besitz, als es im gegebenen Moment fähig ist zu harmonieren. Dies kann zur Versklavung führen. Die Versklavung betrifft nicht nur die anderen Bewusstseine, sondern auch den Raum. Der Mensch nimmt häufig mehr in Besitz, als er beherrschen kann. Schlussendlich versklavt er die anderen Menschen, um den Raum zu versklaven, welcher er in Besitz genommen hat.

Das absolute Besitzrecht bedeutet in der menschlichen Auffassung, dass ein einmal in Besitz genommener Gegenstand unantastbar ist. Diese Interpretation gilt unabhängig davon, ob die gegebene Person fähig ist, diesen Besitz zu beherrschen oder nicht. Als extremes Beispiel sei hier die Tyrannei erwähnt. Der Tyrann eignet sich alles an und versklavt alle. Dabei schützt ihn das Recht auf privates Eigentum vor den Verlusten des derartig angeeigneten Besitzes. Die einzige Lösung dieses Problems ist die Revolution.

In Wirklichkeit liegt es in der Verantwortung eines jeden Bewusstseins selbst abzuschätzen, wie viel Besitz es zu harmonisieren fähig ist. Die Versklavung der Realität geschieht immer im Konflikt mit der Bewusstseinsentwicklung. Genau aus diesem Grund versperren einige Religionen den Krösussen den Weg in das Paradies.

Es ist aber ein Fehler zu behaupten, dass ein Bettler in das Paradies kommt. Ein Bewusstsein, welches im Elend lebt, kann sich ebenso wenig entwickeln.

Die einzig richtige Lösung ist eine harmonische Entwicklung der ganzen Gesellschaft mit der Achtung des privaten Besitzzustandes. Der private Besitzzustand darf aber nicht zur Versklavung von anderen Menschen oder anderen Bewusstseinen führen. Hier muss folgendes Prinzip herrschen: Man kann nur dann reich sein, wenn niemand unter Armut leidet.

Die ganze Kunst besteht darin, das Optimum des Besitzzustandes zu finden. Dieses Optimum liegt in einem engen Bereich zwischen Armut und Wohlstand. Der Mensch unterliegt leider der falschen Glücksvision und strebt beharrlich nach Reichtum. Reichtum ist aber ein Hindernis auf dem Weg zur Erreichung der Ziele des Universums. Jeder der den Reichtumsweg anstrebt, soll sich die Frage stellen: Besitze ich den Reichtum, oder besitzt der Reichtum vielleicht mich?