5.4.2. Die Wahrheit

Es ist schwer, den Begriff der Wahrheit zu definieren. Aus dem Standpunkt des Bewusstseins ist die objektive Wahrheit nicht erreichbar. Das Bewusstsein verfügt über ein Realitätsmodell. Dieses Modell setzt sich zusammen aus harmonisierten Ideen. Ein Teil dieser Ideen bildet das Wissen, der andere Teil den Glauben.

Es ist viel einfacher die Lüge zu definieren.

Die Lüge ist eine gefälschte Information.

Eine gefälschte Information ist eine bewusst modifizierte Information, mit dem Ziel, jemand in die Irre zu führen. Dies bedeutet aber nicht, dass die unzutreffende Information unbedingt immer eine Lüge ist.

Das Recht auf Wahrheit ist das Recht auf ungefälschte Information.

Jedes Bewusstsein benötigt Informationen, um sein Realitätsmodell zu modifizieren. Es gibt dabei keine Garantie, dass die gegebene Information der Wahrheit entspricht. Eines ist aber sicher: Das Realitätsmodell, welches mit Hilfe der gefälschten Informationen kreiert wird, kann die Realität nicht nachbilden. Die Verbreitung von gefälschten Informationen steht also im Widerspruch zu den Prinzipien des Universums.

Im Bezug auf das kollektive menschliche Bewusstsein, kann das Recht auf Wahrheit als Äusserungsfreiheit oder als Unabhängigkeit der Medien zum Ausdruck gebracht werden. Die übermittelte Information soll aufrichtig sein, d.h. die Kommentare sollen klar von der Information getrennt sein, ebenso dürfen sich Medien und Politik nicht mischen.

Bezüglich des einzelnen Menschen wird das Recht auf Wahrheit in der Regel „Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen“ zum Ausdruck gebracht. Mit anderen Worten: „Lüge nicht“.

Bezogen auf die einzelne Person bedeutet das Recht auf Wahrheit auch die Pflicht der „Wahrheit in die Augen zu schauen“. Sich selbst zu betrügen bedeutet, dass man diese Pflicht zur Wahrheit nicht respektiert.