5.1. Bewusstseinshierarchie

Das menschliche Bewusstsein hat eine hierarchische Struktur. Man könnte mindestens drei Ebenen aufzählen: die genetische (das Unterbewusstsein), die persönliche (das Bewusstsein, die Seele) und die kollektive Ebene (die Versammlungen, die Stämme, die Völker oder die Götter).

All diese Ebenen entwickeln sich gemeinsam, aber gleichzeitig unabhängig voneinander. Diese Tatsache erzeugt enormes Konfliktpotential. Die Konflikte ereignen sich sowohl zwischen den verschiedenen Ebenen der hierarchischen Struktur, wie auch zwischen den parallelen Strukturen.

Die Prinzipien des Universums zwingen den Menschen ein bestimmtes Verhalten auf. Die Verhaltensprinzipien werden als das Wissen auf verschiedenen Ebenen des menschlichen Bewusstseins aufbewahrt. Da sich aber die verschiedene Ebenen des Bewusstseins mit verschiedenen Geschwindigkeiten entwickeln, wird das Wissen nicht vollständig harmonisiert. Dies führt oft zu falschem Verhalten. Es ist somit sehr schwierig zwischen den natürlichen Konflikten, welche aus den Prinzipien des Universums entstehen, und den Konflikten, welche aus dem nicht harmonisierten Wissen entstehen, zu unterscheiden.

Jede der Ebenen des menschlichen hierarchischen Bewusstseins versucht auf eigene Weise die Prinzipien des Universums zu erfüllen. Dies verursacht Spannungen und Konflikte. Um sie zu lösen muss der Mensch zwischen den verschiedenen Interessen dieser Bewusstseinsebenen balancieren. Und wieder wird dieses Problem durch die Tatsache verkompliziert, dass sich diese Bewusstseinebenen in verschiedenem Tempo entwickeln. Früher war es sehr wichtig, dass junge Mädchen möglichst früh schwanger wurden und dann möglichst viele Kinder in die Welt setzten. Heute macht ein solches Verhalten keinen Sinn mehr. Und trotzdem ist dieser Mechanismus so stark ausgeprägt, dass junge Mädchen ihre Aufmerksamkeit meist mehr den eigenen sexuellen Attributen schenken statt der Ausbildung.

Der Mensch verdankt sein gewaltiges Entwicklungspotential dem stark entwickelten kollektiven Bewusstsein. Im kollektiven Bewusstsein wird nämlich die Sprache, die Religion, die Wissenschaft oder die Technik aufbewahrt. Das Einzelbewusstsein wird heute vor allem dank den Informationen weiterentwickelt, welche im kollektiven Bewusstsein enthalten sind. Dadurch ist eine gewaltige Entwicklungsdynamik entstanden.

Diese Entwicklungsvariante hat aber auch ihre Grenzen. Das Einzelwesen braucht immer mehr Zeit um zu lernen. Es gibt eine physikalische Grenze dieses Prozesses: jeder muss früher oder später sterben. Das Risiko des Zerfalls des kollektiven Bewusstseins (Kriege oder technologisch bedingter Untergang) bildet eine andere Begrenzung. Zusammen mit dem Zerfall des kollektiven Bewusstseins, verschwinden auch die ganzen Errungenschaften der entsprechenden Gesellschaft.

Es ist also schwer vorauszusehen, ob die „menschliche Variante“ die Anforderungen des Universums erfüllen kann.