2.1.4. Wissenschaft als der Weg zur Wahrheit

Viele behaupten, dass der einzig richtiges Weg zur Wahrheit durch die Wissenschaft führt. Die Wissenschaft verfügt über objektive Methoden, welche es erlauben eindeutig festzustellen, ob eine bestimmte These der Wahrheit entspricht oder auch nicht.

Wenn noch vor einigen Jahrhunderten der Mensch nur wenige physikalische Gesetze gekannt hat, so kann man heute den Eindruck bekommen, dass alles schon entdeckt wurde, und nur einige Fanatiker herauszufinden probieren, wie das Universum entstanden ist.

Wenn man aber einen durchschnittlichen Mensch unter die Lupe nimmt, und ihn nach den einfachsten Gesetzen fragt, welche unseres Leben bestimmt, dann wird man feststellen müssen, dass die Sache ein bisschen anders aussieht. Für einen gewöhnlichen Mensch ist die Welt unbegreiflich. Dieser Mensch ist abergläubig oder im besten Fall sucht er nach der Unterstützung beim Gott.

Irgend etwas stimmt also mit der Wissenschaft nicht, wenn der durchschnittliche Mensch die Hilfe vom „Aberglauben“ benötigt.

Die Wissenschaft hat ein Problem mit der Vermittlung der Wahrheit. Am Anfang von jeder Theorie stehen die Annahmen. Diese Annahmen werden wie ein Dogma betrachtet. Erst dann kann man beweisen, was aus diesen Annamen herauskommt. Die ganze Wissenschaft ist eine grosse Annahme. Natürlich haben diese Annahmen eine bestimmte praktische Bedeutung, und dass ist deren eigentlicher Sinn. Es entsteht daraus ein praktischer Nutzen.

Ein anderes Problem ist die Welt der Wissenschaft selbst. Die Wissenschaftler brauchen Geld für ihre wissenschaftlichen Untersuchungen oder bloss für ihren Lebenskomfort und werden somit von der Industrie oder der Politik abhängig. Sehr oft ist die Motivation für die wissenschaftlichen Handlungen die Dicke vom eigenen Portemonnaie und nicht die Suche nach der Wahrheit. Das führt sehr oft dazu, dass die Wissenschaft die Meinung im Sinne der Sponsoren vertritt, weil genau dies die grössten Vorteile erbringt.

Die Wissenschaft definiert einen Bereich der Realität, der erforscht wurde, und sie kann sich in diesem Bereich dank dem Wissen frei bewegen. Schon heute wurde so viel Wissen gesammelt, dass ein Leben zu kurz ist um sich durch dieses ganze Wissen durchzuackern. Man kann in diesen Labyrinth geraten und nie rauskommen. Genau das machen die ewigen Studenten. Die Studieren nur, es gibt aber von dieser Beschäftigung keinen Nutzen.

Aber wie soll man sich ausserhalb des Wissensbereichs verhalten? Hier ist die Wissenschaft ratlos. Der Mensch muss jedoch in der Realität funktionieren unabhängig von der Wissenschaft. Der Mensch hat mit der Luft geatmet, noch bevor die Wissenschaft den Sauerstoff entdeckt hat. Der Mensch muss sich in der realen Welt bewegen können, unabhängig davon, ob die Wissenschaft die Antworten auf die fundamentalen Fragen kennt. Wozu leben wir? Wieso soll man gutes tun? Wieso …? Wozu …?