2.1.3. Das Glauben als der Weg zur Wahrheit

Viele behaupten, dass man die Wahrheit vom Gott erfahren kann. Es genügt nur zu glauben, und die Wahrheit wird sich selbst offenbaren. Man abstrahiert hier von der Tatsache, dass eine direkte Kommunikationssprache mit dem Gott nicht existiert. Es gibt aber Menschen in der Welt, die behaupten einen bestimmten Kontakt mit dem Gott gehabt zu haben. Allerdings kann keiner von ihnen dieses Ereignis experimentell nachweisen.

Man präsentiert zahlreiche Möglichkeiten von einem indirekten Kontakt mit dem Gott. Zu diesem Zweck können Botschaften vom Messias oder „Heiliges Buch“ dienen. Das Beten ist auch ein Beispiel von einem Kontakt mit dem Gott. Es gibt aber kein Beweis, dass ein Gespräch überhaupt durchgeführt wird.

Eine Frage hat mich immer beschäftigt: Warum hat uns der Gott seine Gebote durch Moses überwiesen? Wozu solche Komplikation? Durch die Welt wandern alle möglichen Betrüger, welche uns Ihr „Gotteswort“ einreden wollen, nur um uns das Geld aus der Tasche rausholen zu können. Warum hat Herr Gott einen so riskanten Weg ausgewählt, um uns seine Weisheiten zu überweisen? Er müsste doch damit rechnen, dass die Menschen seinen Botschafter wie einen Betrüger behandeln werden. Wie kann man irgendjemandem, der so unvernünftig handelt, eine unendliche Weisheit zuschreiben.

Natürlich kann man immer die Argumente von ungläubigen Thomas aus der biblischen Geschichte anführen. Er wird nicht glauben, solange er es mit den eigenen Augen nicht gesehen hat. Wenn er Rom nicht sieht, dann wird er nicht glauben, dass Rom existiert. Dennoch kann nach Rom ein Ticket kaufen, dorthin fahren und Rom sehen. Diese Möglichkeit existiert doch. Vielmehr gibt es solche Menschen, welche es getan haben. Sie waren dort, haben Photos oder Videoaufnahmen gemacht und sind zurück gekommen.

Zum Gott gibt es Ticket nur in eine Richtung. Von den Photos vom Aufenthaltsort kann dabei keine Rede sein. Was ist der Glauben? Schauen wir mal, wie der christliche Glaube beigebracht wird. Das Kind wird gleich nach der Geburt getauft. Das nur für den Fall, wenn das Kind um Gottes Willen stirbt. Da wenn das Kind ungetauft stirbt, dann kann es nicht in den Himmel gelangen. Und das will doch niemand. Dann werden dem Kind die Religionskanonen eingeprägt, bevor das Kind anfangen kann selbst zu denken. An diesem Prozess ist die Familie und die Kirche beteiligt. Das Kind muss auswendig den Katechismus lernen, ohne den Sinn der dort stammenden Wörtern zu verstehen. Ist das nicht eine geistliche Versklavung? Wozu diese Eile? Ist Glauben eine Sklaverei? Genau die Sklaven hatten kein Recht zu Denken oder zu selbständigen Beurteilung der Realität. Wozu hat der Gott dem Menschen den Verstand und den Willen gegeben? Um ihn dann zu versklaven? Das ist doch ein auffallender Widerspruch. Es ist so, als ob man zuerst eine Geige baut um damit im Ofen ein Feuer zu machen.

Dieses fesselnde Betrachten des Glaubens hat nur ein Ziel im Sinne: Die Macht. Wenn man den Menschen die Meinungsfreiheit gibt, dann verliert man die Kontrolle über sie. Dann verliert man die Macht.

Wenn man es richtig ansieht, dann ist es mit der Religion gleich wie mit der Sprache oder mit der Kultur. Abhängig davon in welchen religiösen Kreisen man geboren wird, solche Religion durchtränkt den Menschen. Unsere Weltbetrachtung und der Realitätsverstand ist determiniert durch unsere Herkunft. In diesem Sinne ist das Glauben nichts anderes als eine erweiterte Sprache. So braucht der Mensch das Glauben um sich in seiner Realität zu finden, die um ihn herrschendes Wertsystem zu verstehen, und um seinem Leben einen gewissen Sinn zu geben.

Leider missbrauchen die Religionen dieses natürliche Bedürfnis sehr off für eigene Zwecke, und anstatt dem Menschen zu helfen auf seinem Weg zur Wahrheit, machen sie aus ihm einen Sklaven.